Donnerstag, Mai 29, 2008

Kein Gegenschuß

Da man als sterblicher Münchner Filmemacher ja nicht die Cannes-Gewinner umgehend anschauen kann, haben wir uns einfach den Gewinner des vergangenen Jahres angeschaut. Und auch wenn wir erst Sorge hatten, dass wir uns den Abend versauen, war "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" einfach großartig. Das stringente Buch und die konsequente Inszenierung ließen in den zahlreichen Plansequenzen (sicherlich bis zu vier Minuten) nie die Intensität sinken. Ganz großartig. Jemand meinte, dass dieser Stil aus der Armut in Rumänien entstanden sei: Mehr Filmmaterial könne man sich nicht leisten...

Wie auch immer: Große Kunst entsteht aus Verzicht und nicht aus eitlem Überfluß (ich sag nur John Rabe...)

Sonntag, Mai 25, 2008

Mandela

Wieder so eine Lichtgestalt, wo man sich als imperialistisch erniedrigter deutscher Filmemacher gar nicht an ein Projekt trauen würde - und dann so ein Käse wie "Goodbye Bafana". Hab ihn jetzt erst gesehen - und frage mich, abgesehen davon dass ich das Luther-Glubschauge Fiennes nicht mehr sehen mag, warum als erstes unbedingt die "Wärter"-Perspektive erzählt werden muss. Seine Sympathie für Mandela durch eine Rückblende in seine Jugend zu motivieren ist wirklich schwach. Und die rassistischen Sprüche seiner Frau - wenn auch historisch richtig - erhöhen die Identifikation auch nicht. Und dann noch Dennis Hayesbert, der doch seit "24" auf toten amerikanischen Präsidenten abonniert ist - und mit seiner eratischen Spielweise überhaupt keine Möglichkeit lässt, Mandela näher zu kommen.

Wieso Bille August sich zu einem schwachen Buch herabgelassen hat, ist mir ein Rätsel...

Dachau


Die Größe ist furchteinflößend, wie viele Menschen hier Platz hätten, erst recht zusammengepfercht. Und kein Horizont rundrum - das nimmt den Henkern eine moralischen Referenzpunkt. In der Symmetrie ist heute noch die Ordnungswut zu spüren, die eine Triebfeder des Holocaust gewesen sein muss...

800 Tausend Euro für ein neues Dokumentationszentrum... Verwalten des Unverständlichen. Lieber wäre mir ein Teil des Gelds für mein "St.Louis"-Projekt...

Freitag, Mai 23, 2008

Auch schön

Rauher Charme des Schulfunks


Jetzt hab ich so lange auf den Ché Film gewartet, aber er scheint ja eher dröge zu sein, um nicht zu sagen verunglückt. Denke unsere Sicht aus Tamara Bunkes Augen wird um vieles spannender.