Donnerstag, Februar 01, 2007

der schlauste größte Arsch

Wiedermal läuft ein Dokumentarfilm allen Spielfilmen den Rang ab, wenn es um eine mitreißende, emotionale Darstellung der großen einfachen Wahrheiten geht: "Enron - the smartest guy in the room". Bei persönlichen Umfragen muss ich feststellen, dass sich schon niemand mehr an diese Sauerei erinnert: die siebtgrößte Firma der Welt nach Börsenkapitalisierung geht innerhalb von acht Wochen BANKROTT (Oktober 2001). Und wer zahlt es: der kleine Mann. Nix Neues? Aber warum kann es in dieser Welt immer wieder passieren? Weil viele dran verdienen. Vor allem die Banken. Enron wurde erlaubt, keine Quartalszahlen vorzulegen. Und in einem einmaligen Betrugssystem von "Mark-to-Market" zukünftig VIELLEICHT zu erwartende Gewinne in die Bilanzen zu ziehen. Tja, die Wirtschaftsprüfungsfirma Anderson mit ihren 9000 Mitarbeitern zerschellte dran, dass sie alles absegnete. Bei Enron verloren 30 Tausend Menschen ihren Job - und ihre Ersparnisse waren auch weg, weil sie ihr Geld in Enron-Aktien gesteckt hatten, als Rentenversicherung. Den skrupellosen Selbstbereicherern wie Ken Lay und Jeffrey Skilling möchte man einfach nur die Haut abziehen - nicht anders als unseren Neue-Markt-Profiteuren... Ein langweiliger Wirtschaftsfilm? Wohl kaum, wenn selbst die TAZ jubelt.