Samstag, November 17, 2007

Ulrike Maria Stuart

In Zeiten der RAF-Retro-Hype wollte ich mir mal anschauen, was die Nobelpreis-Tante Jelinek da zaubert - und ich muss sagen, Enttäuschung auf ganzer Linie. Die Vorlage ist eine krude Kopfgeburt, die sich durch den Abend kalauert. Die Figurenzeichnung bei Ulrike Maria Stuart ist praktisch nicht vorhanden. Und die Schauspieler spüren das natürlich, und so will absolut keine Spielfreude aufkommen. Bettina Stucky kann kurz die Zuschauer schocken, indem sie ihren Hinterschädel mehrfach gegen die Bühnenwand knallt, aber nach zwanzig Versprechern hab ich aufgehört zu zählen. So uninspiriert kann jüngere deutsche Geschichte sein. Da freue ich mich schon auf Andres Veiels Versuch Gerd Koenens Vesper, Ensslin, Bader als Film zu gestalten - das wird in der gewohnt hochwertigen Handarbeit dieses Künstlers passieren, da bin ich sicher...