Babel
"Babel", super Film, unbedingt reingehen! Wie Regisseur Iñárritu selber sagt, geht es um unsere menschlichen Wahrnehmungsmuster weltweit - und die Waffe als Sündenfall, der "Babel" möglich gemacht hat. In diesen Zusammenhang passt Heidi Specognas Film "Das kurze Leben des Jóse Antonio Gutierrez", ein am 7.12. angelaufener Dokumentarfilm über den ersten im Irak gefallenen US-Soldaten. Und er war - wie Iñárritu - Mexikaner. Wie Heidi und ihr Team den Weg dieses Jungen verfolgen und mit anderen, ähnlichen Schicksalen verknüpfen, ist atemberaubend. Selten habe ich solch eine Emotionalität aus Spielfilmen saugen dürfen. Wir erleben José als Straßenkind, als blinden Passagier auf den Güterzügen, die zur amerikanischen Grenze bringen sollen und doch so viele Todesopfer fordern. Wir erleben ihn und andere Mexikaner an der hoch bewachten US-Grenze, gegen die die deutsch-deutsche Mauer eine Mikeymouse-Veranstaltung war. Wir erleben, wie Josés Träume in USA platzen und er für die Armee angeworben wird. Die Rekrutierungsbüro sind an den Haltestellen der Greyhoundbusse, in denen die Unterpriviligierten anreisen... Die US-Regierung weiß die Immigranten zu locken, um für die weißen Söhne des Landes in den Krieg zu ziehen und zu sterben - gelockt mit einem Versprechen auf eine "Greencard". Und als José dann in den Ölfeldern stirbt, auch noch in Friendly Fire, wirkt die Realität viel absurder, als jede Fiktion jemals sein kann. Ein Meisterwerk!

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