Donnerstag, Dezember 28, 2006

2 x Meryl

Enttäuschend, wie langweilig und vorhersehbar "Devil Wears Prada" ist. Genial ist der Titel und das Marketing. Aber die Message? Dass Andy Sachs Charakterentwicklung ist, dass sie sich auch auf das Mode-Chichi einlässt, ist doch genau das falsche Signal. Die Story hängt durch wie ein aus Rentabilitätsgründen in die Länge gezüchtetes Industrieschwein und gefällt sich in einer Aneinanderreihung von vermeintlich satirischen Spitzen gegen die Modeindustrie. Und Meryl? Natürlich macht es Spaß, ihr in ihrer Rolle als toughe Vogue-Chefin Miranda Priestly zuzuschauen - genau für die Dauer der Eröffnungssequenz (die schlauerweise der Trailer ist). Doch dann präsentiert sie die immer selbe Fratze und kriegt unser Mitleid nicht, nicht mal, als sie ungeschminkt auf dem Sofa von ihrer Scheidung erzählt.
Wie anders dagegen als Therapeutin und Mutter Lisa Metzger in "Prime" (Deutsch: Couchgeflüster). Wie gut ist sie geführt, wie sehr leidet man mit ihr mit, obwohl man 1.) ein Mann ist (also ich in dem Fall) und sie 2.) eigentlich auch gar nicht die Hauptfigur ist. Aber Autor und Regisseur Ben Younger verrät seine Figur eben nicht an schnelle Pointen und kann so einen fantastisch unterhaltsamen und berührenden Film schaffen. Und Meryl? Genius!