Freitag, September 01, 2006

Der Zettel

Am 5. Oktober soll jetzt unter dem Titel "Sommermärchen" Sönke Wortmanns Film über die WM kommen. Na, da sind wir ja gespannt, ob das funktioniert. Gute Sportfilme sind ja wirklich schwer zu machen, zuletzt Pepe Danquardts "Tour-"Film, der sowohl durch einen intimen Blick, aber auch besonders ästhetische Kamerablicke punkten konnte. Er will ja jetzt auch die Huber-Buam auf die Leinwand bringen, während Herr Schönfelder die Besteigung der Eiger Nordwand verfilmen will. Hoffentlich haben sie die richtigen Berater.
Zurück zum Sönke: Seit der Ex-Kanzler persönlich beim Wunder von Bern ein Tränchen verdrückt hat, ist Sönke zum offiziellen deutschen Fußballhofberichterstatter avanciert. Sat1 fiel auch gleich drauf rein und versorgte ihn mit einem warmen Geldsegen für die Serie "Freunde fürs Leben" oder so ähnlich, bis alle deprimiert feststellten, dass Fußballbegeisterung und dramaturgische Kenntnisse nicht deckungsgleich sind.
Aber jetzt, quasi in der Klinsi-Overshoulder und noch ein bisschen mehr (er hat im Teambus gefilmt! und in den Zimmern!!!) hat Sönke die priviligierte Perspektive des multimedial erschlagenen WM-Zuschauers noch mal getoppt und präsentiert uns nach dem Wunder jetzt das Märchen. Und das besteht vor allem darin, dass er sich seinen Kindheitstraum erfüllen konnte, bei seinen Jungs mitzulaufen. Jeder, der ihn in Hof beim samstäglichen Filmtagekick Tore hat schießen sehen, weiß, wie viel ihm das bedeuten muss - und freut sich ganz arg für ihn.