Endlich Sommer
Endlich "Sommer vorm Balkon" gesehen. Als Verleiher hätte ich den Film abgelehnt. Und dann über eine halbe Mio. Zuschauer?! Respekt Anatol! Einfach in beharrlicher Dresen-Tradition genau beobachtet, die Untiefen des Lebens zugelassen, und Autor Kohlhaase soll schon 60 sein. Wow. Wo sieht man sonst erhebende Erinnnerungen an die Zivi-Zeit, wie es ist, einen Opa den Hintern abzuwischen und zu cremen und dann die Cremereste ungeniert an den eigenen Oberarmen abwischen. So ist das Leben. Tja, und dann gibt es noch diesen Berlin-Gestus, der mich, nachdem ich gerne aus der Hauptstadt geflohen bin, sogar die Gerüche wieder lebendig werden lässt. Alle so einsam und für sich unglücklich. Vielleicht ein bisschen viel Prenzel-Schwarwenzel und bissl arg ironischer Dauereinsatz der deutschen Schlager, aber dennoch, in einfacher Fernsehfilmanmutung mitten ins Herz. Uhl mit Cameron-Diaz-Qualitäten und Herr Schmidt, ja, so lieben die Männer die Frauen... Großartig: Die Einstellung auf das Mädchen, das der Sohn an den rauchenden Konkurrenten verliert, mit der Zigarette in der Hand. Und die drei Schnitte, nachdem Schmidt Frau Uhl vorgeschlagen hat, einen Porno zu schauen. Wie er nackt auf der Weinenden liegt, während im HG der Porno stumm läuft... P.S. Den Film gab es nicht in den Internet-Tauschbörsen. Loyale Zuschauer oder was bedeutet das?

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home