Mittwoch, August 20, 2008

Kino heißt verkaufen

Til zeigt uns: Kino ist ja nur noch ein point of sale...
Selten hab ich ihn so authentisch erlebt.

Mittwoch, August 13, 2008

Der ideale Zuschauer

Interessante Diskussion mit einem Rucksackproduzenten mit juristischem Background über den Schreibprozeß: Irgendwie habe ich den interessierten Mittelschulabgänger als idealen Zuschauer vor Augen, dem ich auch was über die Welt erklären will. Produzent dagegen proklamiert rein stoff- und figurenorientiertes Schreiben...

Vermutlich hat er Recht. Nur wie lernt man das? In irgendeinem Winkel meines Hirns scheine ich von außen auf den massenmedialen Prozess zu schauen, in dem ich mich selbst in dem Moment befinde.

Samstag, Juli 26, 2008

Kubricks Boxes

Eine schöne Channel-4-Doku über Kubricks Hinterlassenschaft, die nicht weniger rätselhaft sind als seine Filme...

ps. Nebenbei beweist die Doku, dass der "Untergang" nur ein schlechter Abklatsch eines bereits 1972 in England gedrehten Filmes ist!

Exodus

Im Zuge meiner weiteren St. Louis Recherchen musste ich mir jetzt Premingers Werk anschauen - mit Paul Newman in der Hauptrolle. Und ich muss sagen, ich habe es gerne getan. Der erste Teil weist eine ungeheure Dramatik auf, als Ari Kanaan sich bemüht, die Holocaust-Flüchtlinge aus Zypern in das britische Protektorat Palestina zu verschiffen. Man spürt, wie ernst Preminger und Drehbuchautor Trumbo die Situation der beteiligten Personen nehmen - auch wenn aus heutiger Sicht die Dialoge üppig und auch schriftsprachlich wirken. Der zweite Teil nach der Ankunft in Palestina fällt ab, da er leider, statt die Schicksale der Menschen weiterzuerzählen, eine riesige Gefängnisbefreiungsaktion in den Mittelpunkt stellt, die austauschbar wirkt.

Bleibt der Eindruck, dass innerhalb eine Studiosystems 1960 solche eminent wichtigen Themen mit großem Budget realisierbar waren - und auch noch einen Oscar für die Musik von Ernst Gold bekamen.

Dylan

Die Überlegenheit des Spielfilms über den Dok-Film ist in diesen Tagen rar geworden. Wer aber die fade Doku von Scorsese auf Arte gesehen hat, wird bei "I´m not there" von Todd Haynes jubilieren. Er überführt die Standarts der Musikbiographien, der bei Ray oder Cash erreicht wurde, in eine neue Dimension hinüber - und hat vielleicht das Glück des verbindenden Elements der Musik von eben Dylan - und einen großartigen Cutter in Jay Rabinowitz zu haben, abgesehen von einer genialen Cate Blanchett.

Und doch, vermutlich hätte Haynes diese Meisterleistung nicht zustande gebracht, hätte er sich nicht vorher intensiv mit der Doku beschäftigt...

Kampf um die St. Louis

“We've always done what we think is the right thing. If you are driven by so many voices… you'll never satisfy anyone. You have to satisfy the characters -- that's who you have to satisfy.” - Chris Carter

Donnerstag, Juni 12, 2008

Lieblingsschauspielerin


Früher haben wir Spielberg bewundert, heute Seidl

Mittwoch, Juni 11, 2008

Das Leben der anderen: Krug+Sommer=Stasi

Die Macht unseres Mediums!

Es klickt in der Leitung...

Donnerstag, Mai 29, 2008

Kein Gegenschuß

Da man als sterblicher Münchner Filmemacher ja nicht die Cannes-Gewinner umgehend anschauen kann, haben wir uns einfach den Gewinner des vergangenen Jahres angeschaut. Und auch wenn wir erst Sorge hatten, dass wir uns den Abend versauen, war "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" einfach großartig. Das stringente Buch und die konsequente Inszenierung ließen in den zahlreichen Plansequenzen (sicherlich bis zu vier Minuten) nie die Intensität sinken. Ganz großartig. Jemand meinte, dass dieser Stil aus der Armut in Rumänien entstanden sei: Mehr Filmmaterial könne man sich nicht leisten...

Wie auch immer: Große Kunst entsteht aus Verzicht und nicht aus eitlem Überfluß (ich sag nur John Rabe...)

Sonntag, Mai 25, 2008

Mandela

Wieder so eine Lichtgestalt, wo man sich als imperialistisch erniedrigter deutscher Filmemacher gar nicht an ein Projekt trauen würde - und dann so ein Käse wie "Goodbye Bafana". Hab ihn jetzt erst gesehen - und frage mich, abgesehen davon dass ich das Luther-Glubschauge Fiennes nicht mehr sehen mag, warum als erstes unbedingt die "Wärter"-Perspektive erzählt werden muss. Seine Sympathie für Mandela durch eine Rückblende in seine Jugend zu motivieren ist wirklich schwach. Und die rassistischen Sprüche seiner Frau - wenn auch historisch richtig - erhöhen die Identifikation auch nicht. Und dann noch Dennis Hayesbert, der doch seit "24" auf toten amerikanischen Präsidenten abonniert ist - und mit seiner eratischen Spielweise überhaupt keine Möglichkeit lässt, Mandela näher zu kommen.

Wieso Bille August sich zu einem schwachen Buch herabgelassen hat, ist mir ein Rätsel...

Dachau


Die Größe ist furchteinflößend, wie viele Menschen hier Platz hätten, erst recht zusammengepfercht. Und kein Horizont rundrum - das nimmt den Henkern eine moralischen Referenzpunkt. In der Symmetrie ist heute noch die Ordnungswut zu spüren, die eine Triebfeder des Holocaust gewesen sein muss...

800 Tausend Euro für ein neues Dokumentationszentrum... Verwalten des Unverständlichen. Lieber wäre mir ein Teil des Gelds für mein "St.Louis"-Projekt...

Freitag, Mai 23, 2008

Auch schön

Rauher Charme des Schulfunks


Jetzt hab ich so lange auf den Ché Film gewartet, aber er scheint ja eher dröge zu sein, um nicht zu sagen verunglückt. Denke unsere Sicht aus Tamara Bunkes Augen wird um vieles spannender.

Mittwoch, April 16, 2008

Kurzfilmidee

Öfter werde ich nach Kurzfilmideen gefragt, dabei muss man doch nur in die Zeitung gucken, z.B. heute in der SZ, wo Lothar Müller Charlotte Roches "Feuchtgebiete" behandelt. Dankenswerterweise zitiert er ein Zitat aus einer medizinischen Dissertation, die Frau Roche als Grundlage einer ihrer Collagen nahm:

"Wie die eingehende Exploration einiger Patienten ergeben hat, führen die Patienten den nicht erigierten Penis in den Ansaugstutzen ein (in erigiertem Zustand ist dies nicht möglich). Durch den Luftstrom wird der Penis in Vibration versetzt und erigiert. Mit zunehmender Erektion wird der Sog stärker, und schließlich wird der ganze Staubsauger an den Unterleib gepresst und der Penis völlig in den Ansaugstutzen gezogen. In diesem Augenblick kommt er mit dem rotierenden Propeller in Berührung und wird, je nach Motorisierung und Schnelligkeit des Abwehrreflexes, der Länge und dem Erektionszustand unterschiedlich traumatisiert."

So eine Mischung aus Woody Ellen und Roland Emmerich stell ich mir vor...

Samstag, April 12, 2008

Yellas sechster Sinn

Als zweiter Übungsfilm an der Filmhochschule würde ich die ruhige Inszenierung dieser drei Charaktere noch durchgehen lassen, und die Nina Hoss, Hinnerk Schönemann und Devid Strisow sind tadellos; doch auf Buchebene verstehe ich nicht, wie so etwas durch die Gremien und Sender geht. Da ist überhaupt keine Liebe oder auch nur handwerkliches Können - wenn man sich schon auf so eine Genreebene begeben will, dann muss man sich auch an den Klassikern messen lassen. Aber rote Blusen, pfeifende Töne oder plätscherndes Wasser sind einfach zu wenig, um eine Story voranzutreiben, die sich vergeblich in Richtung "The Ring" oder "Six Sense" streckt. Schade, da ich doch von "Innere Sicherheit" bis heute begeistert bin.